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Unsere Gemeinde bleibt!
Pfarrer Johannes Frey
In den Kirchen der Reformation wird seit geraumer Zeit unter Verweis auf Mitgliederschwund und zurückgehende Finanzmittel eine Kirchenreform von oben betrieben, die sich mit den Worten charakterisieren lässt: Zentralisierung – Hierarchisierung – Professionalisierung.
Seit dem Neuen Testament baut sich die christliche Kirche von der örtlichen Gemeinde her auf, in der Menschen durch Gottes Wort und Sakrament sichtbar und erfahrbar als Glieder des Leibes Christi mit Christus und miteinander verbunden werden, einander kennen und lieben und füreinander einstehen und miteinander Christus bezeugen und seine Liebe zu den Menschen tragen, unter denen sie leben.
Das ist nicht eine beliebige aus unzähligen möglichen ausgewählte Form, sondern diese Gemeinschaft ist die einzig mögliche, nämlich aus dem Wesen der Kirche erwachsende Gestalt der Kirche. Christliche Kirche existiert nur als konkrete, reale, geistlich-leibliche lokale Gemeinschaft – oder eben als Idee, Fiktion, also nicht wirklich.
Aber in der Sicht der heute maßgeblichen Kirchenreformer hat diese ursprüngliche, biblische Gestalt von Kirche ausgedient. Die „Kirche“ der neuen Kirchenreformer ist ein zentral gesteuerter, von oben nach unten durchstrukturierter und durchregierter „Konzern Kirche“, der Gemeinden wie Filialen von Aldi oder Netto nach den Kriterien von Effizienz und Rentabilität eröffnet oder schließt. Ortsgemeinden sollen in immer größeren, immer unüberschaubareren und immer anonymeren Großgemeinden von mehreren zigtausend Mitgliedern aufgehen, die nur noch von „Profis“ geleitet und verwaltet werden können. Die Entscheidung über Finanzen, Gebäude und Personal soll den gewählten ehrenamtlich arbeitenden Vertretern der Gemeinde entrissen und in die Hand basisferner anonymer Instanzen gelegt werden, die keinerlei Bezug zu den betroffenen Menschen haben. Gottesdienst, Seniorenkreis und Jugendstunde fänden nicht mehr bei uns im Dorf statt, sondern an einem für viele kaum erreichbaren Ort. Die Beerdigung der Mutter hielte nicht mehr der vertraute Pfarrer, der sie über Jahre begleitet hat, sondern ein zufällig verfügbarer unbekannter Vertreter des für die Region zuständigen „Kompetenzteams“.
Das aber wäre nicht Kirche der Zukunft, sondern das Ende der Kirche, die die Apostel gegründet, die die Reformatoren erneuert haben und die sich durch zweitausend Jahre als Gemeinschaft eigenständiger und im Glauben verbundener örtlicher Gemeinden über die ganze Welt ausgebreitet hat.
Die Entwicklung wird von ihren Protagonisten als alternativlos verkauft. Sie ist aber ganz und gar nicht alternativlos. Denn der Herr der Kirche hat seiner Gemeinde ihren Bestand bis zum Ende der Zeit garantiert. Durchaus alternativlos ist allerdings der Widerstand gegen die Deformation der Kirche und die Zerstörung ihrer gemeindlichen Basis. Die Erfüllung der göttlichen Garantie auf den Bestand der Gemeinde werden nur die erleben, die dieser Zusage erstens trauen und zweitens aktiv darauf bauen.
Dieses Trauen auf die Zusage Gottes und dieses Bauen örtlicher Gemeinden auf diese Zusage anzustoßen und wo immer möglich zu unterstützen, haben sich drei Bewegungen zusammengeschlossen: Die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, der Gemeindehilfsbund und die Kreuzträger/Crossbearer.
Gemeinsam laden wir alle ein, die bereit sind, für den Bestand ihrer örtlichen Gemeinde zu kämpfen: Einzelne Gemeindeglieder, Pfarrer, Gemeindevorstände, Mitarbeiter, Hauskreise … Und wenn es an einem Ort – zunächst – nur wenige sind, wenn der Kampf – zunächst – aussichtslos erscheinen mag: Wenn alle Bestrebungen zur Erhaltung der Ortsgemeinden zusammenfinden, können wir einander unterstützen, inspirieren und gegenseitig tragen und schützen. Und dann wird vieles möglich werden, was jetzt noch unmöglich scheint. Denn „alle Dinge sind möglich für den, der da glaubt“! (Markus 9,23).
Gemeinden und Initiativen, die bereits erfolgreich Ansätze umgesetzt haben, die anderen als Vorbild und Ermutigung dienen können, bitten wir um Darstellungen ihrer Konzepte, damit wir sie möglichst vielen Mitstreitern zugänglich machen können.
Wer sich an dem gemeinsamen Kampf für die Ortsgemeinde beteiligen möchte oder wer Unterstützung für den Kampf um die eigene Gemeine sucht, wende sich an die ihm bekannten Vertreter der drei Gemeinschaften oder an Pfarrer Johannes Frey unter vorsitz@bekenntnisbewegung.de.
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